Licht ist eng mit dem persönlichen Wohlbefinden verknüpft, macht Sehen überhaupt erst möglich - und ist zugleich eines der wirkungsvollsten Gestaltungsmittel. Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich damit. Lange Zeit als Lichtgestalter und Unternehmer und heute aus purer Leidenschaft für Gestaltung und Veränderung.
Heinrich Süess
Die Ausstellung fand vom 10. bis 18. Dezember 2021 statt.
Die vielen Besucherinnen und Besucher sowie die guten Gespräche, Anregungen und Rückmeldungen haben mich sehr gefreut und inspiriert.
Motivation
Fast mein ganzes Leben lang habe ich mit Licht - und Raumgestaltung gearbeitet.
Dies vor allem in meinem Geschäft, Sphinx Wohntechnik gegründet 1983 in Luzern.
1997 wurde dann aus der Wohntechnik die Sphinx Lichttechnik AG mit dem Fokus auf der Lichtgestaltung und dem Handel mit Designleuchten.
2003 verkaufte ich die Sphinx Lichttechnik AG.
Das Geschäft besteht in anderer Form, integriert in die Frey&Cie Gruppe, als Lichtteam AG weiter.
Nach dem Verkauf konnte ich als selbständiger Lichtplaner Projekte für die Denkmalpflege, private Kunden, öffentliche Aufträge, Kirchen, diverse Restaurants ausführen. Ein spezieller Auftrag war die Beleuchtung des Passagierschiffs «Diamant», welches 2017 zur Jungfernfahrt auslief.
Nach diesen verschiedenen Stationen in der Lichtbranche habe ich 2019 als «Altersprojekt» die Firma - Kunst Licht Design - als Einzelfirma Gegründet.
Mit dieser Firma biete ich noch immer Lichtberatungen an.
Doch hauptsächlich widme ich mich meinen Lichtobjekten. Nachdem ich mich oft mit der funktionalen, technischen Seite des Lichts beschäftigt habe, ist mein Fokus nun vermehrt auf der spielerisch, «poetischen» Seite des Lichts.
Design
Die Schönheit des Unperfekten, die Zufälligkeiten faszinieren mich. Die perfekte Form, hohe Handwerkskunst suche ich mit meinen Objekten nicht.
Bei meinem Aufenthalt in Liverpool habe ich die englische Improvisationskunst schätzen gelernt. Teilweise aus Mangel an Geld, oder aus purer Improvisationslust entstehen dort, beispielsweise in Restaurants, Einrichtungen die Geschichten erzählen. Eine Gemüseharasse wird zu einer Leuchte. Die offen geführten Leitungsrohre werden zu Dekorationsgegenständen. Nicht beliebig, sondern so wie es die Funktion erfordert.
Beim Doppeldeckerbus regnet es schon mal rein und eine gebrochene Geländer Stange wird zusammengeschweisst und nicht durch eine neue ersetzt. Sie erzählt mir damit, »ich habe etwas erlebt.» Irgendeinmal ist etwas passiert, das mich kaputt gemacht hat. Ein Fussballfan hat mich als Frustventil missbraucht? Nun bin ich geflickt und tue meine Dienste wie vor dem Ereignis, welches mich entzweit oder verbogen hat.
Das sind die Geschichten die mich faszinieren.
Meine Objekte sollen mit dem Licht spielen. Sie sind nicht handwerklich in höchster Präzision zusammengebaut. Handwerkliche Perfektion ist nebensächlich, die Lichtprojektion soll Stimmung erzeugen, mit Schatten malen.
Für Perfektionierte Anfertigung fehlt mir die Geduld. Die Spuren der Fabrikation sind erkennbar, die Materialien – bis auf das Blattgold, das als Kontrast eingesetzt ist – einfach. Beton, roher Stahl, Messing, Glas. Es sind auch Materialien welche ich teilweise selber mit einfachen Werkzeugen verarbeiten kann.
Dank
an Peter Straka - ein Wiener Designer Freund
Er hat die Betonelemente hergestellt und ist ein sehr inspirierender und guter Gesprächspartner und Fachmann. Zudem sind die Reisen zu ihm nach Wien, mit den anregenden Gesprächen und Museumsbesuchen in bester Erinnerung